• Die NE4


Übergeordnete Ziele

Der bundesweite Glasfaserausbau ist die Basis für Digitalisierung.

  • Zukunftsperspektive und Digitaliserung
  • Umwelt- und Sozialverträglichkeit
  • Digitale Autonomie und Sicherheit Deutschlands

Definition NE4

Als „Netzebene 4“ (NE4) wird der Abschnitt zwischen dem Hausübergabepunkt, welcher sich in der Regel im Keller befindet, und dem zentralen Netzanschluss in der Wohnung bezeichnet. Daher wird die Netzebene 4 auch „Inhouse-Verkabelung“ oder „Gebäudenetz“, teils auch „letzte Meile“ genannt. Die NE4 ist i. d. R. in Zweidrahttechnik und Koaxialkabeln in Baum- oder Sternverkabelung vorhanden, d. h. die am Anschluss verfügbare Bandbreite wird zwischen allen Nutzern aufgeteilt (begrenzte Bandbreite und Störungen untereinander).

Bei Einfamilienhäusern reduziert sich die NE4 auf den reinen Hausanschluss, welcher bevorzugt durch die Zuführung des Glasfaserkabels in den Keller (Bohrung) erstellt wird.

Korrespondierend mit den jeweiligen technischen Ausstattungen der Inhouse-Verkabelung sind folgende Dienste / Produkte verfügbar:

Zweidrahttechnik = DSL / VDSL
Koaxialkabel = Docsis
CAT-X = Internet
Glasfaser/LWL = Glasfaser-Internet

Abgrenzung NE4 zur nachgelagerten NE5

Als Netzebene 5 (NE5) wird die Wohnungsverkabelung bezeichnet. Dies ist die Installation vom zentralen Netzanschluss in der Wohnung bis in alle angeschlossenen Räume. Dieser Netzabschnitt ist i. d. R mit Koaxialkabeln und/oder Cat-X-Kabeln verbunden und verbindet die Wohnungs­anschluss­dosen bzw. Teilnehmer­anschluss­dosen (TAD) unter­einander in Stern- oder Reihenschaltung.

Die Netzebenen 1 bis 5

Die NE1 diente ursprünglich der Übertragung der Programminhalte von den TV-Studios bis zu den Sendeanstalten, von hier aus wurden die Rundfunksignale dann im NE2-Netz bis zu den sogenannten Kopfstationen oder Kabelkopfstellen weitergeleitet.

Heutzutage werden für die Übertragung des digitalen Fernsehens Transponder­kapazitäten auf Rundfunksatelliten wie ASTRA 19,2 Grad Ost genutzt, die Einspeisung der digitalen Programminhalte erfolgt über ein Playoutcenter. Die NE3 ist das kommunale Breitbandverteilnetz zur Weiterleitung der Rundfunksignale bis zur Grundstücksgrenze bzw. dem Hausübergabepunkt, wo sich mit der NE4 das Hausverteilnetz anschließt.

NE3- und NE4-Netze leiten nicht nur Rundfunksignale weiter, sie versorgen die Haushalte auch mit Internet. In ihrer Entstehungszeit wurden sie in der Kupfer-Koaxialtechnik gegründet. Angesichts des rasant steigenden Bedarfs an hohen Bandbreiten werden diese beiden Netzebenen nun jedoch verstärkt auf Glasfaser umgerüstet, da nur Glasfaser nahezu unbegrenzte Bandbreiten bereitstellen kann.

Als Netzebene 5 (NE5) wird die Wohnungsverkabelung bezeichnet. Dies ist die Installation vom zentralen Wohnungsabschlusspunkt bzw. Medienverteilschrank im Neubau, bis in alle angeschlossenen Räume. Dieser Netzabschnitt ist i. d. R mit Koaxialkabeln und/oder Cat-X-Kabeln verbunden und verbindet die Wohnungs­anschluss­dosen bzw. Teilnehmer­anschluss­dosen untereinander in Stern- oder Reihenschaltung.

NE4-Finanzierung

Zentrale Frage beim Glasfaser-Gebäudenetzausbau ist die Eigentumsfrage. Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird. Die Neuregelung des TKG hat die Planungs- und Investitionssicherheit für Netzbetreiber maßgeblich verändert. Das Verbot der bisherigen Mietnebenkostenabrechnung der TV-/Netz-Gebühren in Kombination mit dem enormen Investitionsaufwand für den Infrastrukturwechsel von Kupfer auf Glasfaser stellt Netzbetreiber vor kaum lösbare Aufgaben.

Die im neuen TKG vorgesehenen Refinanzierungsoptionen für den NE4-Ausbau sind nur begrenzt praxistauglich, so dass in den meisten Fällen nur ein eigenwirtschaftlicher Ausbau der NE4; d.h. die Investition wird vom Netzbetreiber oder dem Immobilieneigentümer getragen, übrigbleibt. Hierbei steht allerdings die Notwendigkeit eines 100%-Ausbaus einer nur anteiligen Nutzung der Endnutzer (Take-Up-Rate) gegenüber. Das sorgt für lange ROI (Return of Invest) – Zeiträume und kritische Ertragssituationen für Investoren und Netzbetreiber.

Für die anschließende Nutzung der NE4-Netze (Verfügbarkeit von Anbietern und Diensten) ist entscheidend, wie die Netze ausgestattet sind (Anzahl Fasern, Terminierung, Patchbarkeit etc.) und ob der Investierende eine diskriminierungsfreie Open-Access-Strategie befürwortet und umsetzt.

Generell empfiehlt es sich für Immobilieneigentümer, zu überlegen, durch eine Investition in die eigenen NE4-Netze (Teil-)Netzeigentum zu erlangen und so selbstbestimmt über die Nutzung (wer, wann und wofür) der Hausnetze entscheiden zu können. Investitionen in eine eigene NE4 zahlen sich langfristig aus. Die Investitionskosten können durch

  • Reduzierte Preise der Nutzungsdienste
  • Netzmieten der Anbieter
  • Lizenzmodelle
  • Umsatzbeteiligungen

amortisiert werden und auf lange Sicht sogar zu Erträgen führen. Das Netzmanagement, den Service und die Koordination unterschiedlicher ISP können dabei einem NE4 Netzbetreiber übertragen werden.

Durch das Netzeigentum sind Sie „Herr im geeigneten Haus.“ Liegt das Netzeigentum an der NE4 in fremden Händen, sind Sie immer in einem dauerhaften Abhängigkeitsverhältnis. Insbesondere die Wohnungswirtschaft hat hier in der Vergangenheit nicht immer positive Erfahrungen im Kabelmarkt sammeln müssen. Hoffnungen auf eine rasche Amortisierung sind jedoch i.d.R. eher unrealistisch.

Die Kosten für einen „minimal invasiven, zukunftssicheren NE4-Ausbau“ sind enorm.

Angesichts des zu erwartenden langen Nutzungszeitraumes und der zukünftig zu erwartenden Zusatzdienste und des Datenvolumens ist der Glasfaserausbau allerdings alternativlos und von strategischer Bedeutung zum Erhalt und zur Steigerung des Wohnwertes.

Es gibt Möglichkeiten, den NE4-Glasfaser-Ausbau cashflow-neutral bis positiv umzusetzen. Daher lohnt es sich, die örtlichen Gegebenheiten zu evaluieren und eine eigene Strategie mitsamt Finanzierungsmodell zu entwickeln. Beratungsunternehmen und NE4-Netzbetreiber sind hier gute Anlaufstationen, um frühzeitig und zielgerichtet aktiv zu werden.

Pro & Kontra Glasfaser

Glasfasernetze sind in Sachen Geschwindigkeit, Kapazität und Bandbreite allen anderen Technologien weit überlegen. Auch in Sachen „Latenz“ (Zeitversatz) und Betriebskosten (Stromverbrauch) punktet ein Glasfaseranschluss gegenüber Koaxialnetzen oder gar DSL.

Lediglich

  • die Modernisierungskosten
  • die Komplexität der Netzmodernisierung (Bau)
  • Komplexität der Endgerätelandschaft in den Haushalten
  • irreführende Werbung, Drückerkolonnen-Vertrieb und
  • massive Teuerungsraten für Endverbraucher (nach anfänglichen Lockangeboten)

sind Migrationshürden und sorgen für große Akzeptanzprobleme und geringe Take-Up-Raten. Problematisch ist, dass für die Glasfasertechnologie nur handverlesene Serviceanbieter am Markt zur Verfügung stehen. Probleme und Störungen rund um die Internet-Konnektivität, den TV-Empfang oder andere Endgeräteeinstellungen etc. muss der Endverbraucher i. d. R alleine lösen. Externe Hilfe ist rar und teuer.

ROI – Planung

Investitionen in eine eigene NE4 zahlen sich langfristig aus.
Die Investitionskosten können durch

  • reduzierte Endkundenpreise
  • Netzmieten der Anbieter
  • Lizenzgebühren für die Nutzung
  • Umsatzbeteiligungen

amortisiert werden und auf lange Sicht zu außer­ordentlichen Erträgen führen.

Ein Cashflow-neutraler bis positiver NE4-Glasfaser-Vollausbau sind möglich, wenn entsprechende strategische und vertragsrechtliche Parameter gesetzt werden.